Herr Meister: Ja, meine Lieben, das bin ich, und wie könnte ich anders sein! Monate lang komme ich zu Ihnen, oft zwei Mal an einem Tage, und spreche mit Ihnen in meiner Muttersprache, und .....

Louis: O, ich liebe Ihre Muttersprache, Herr Meister!

Herr Meister: ..... und wir sind die besten Freunde geworden.

Louis: Ja, Herr Meister, das sind wir geworden.

Herr Meister: Und wissen Sie auch, was das heißt (= ist): »Wir sind Freunde«? Wissen Sie, was es heißt: »Ich habe einen Freund. Ich habe einen Freund, der fühlt, wie ich, — einen Freund, der mir gehört«? Muß dieser Gedanke uns nicht glücklich machen? Und welche Wunder thut dieser Gedanke! Die Freude fühlen wir doppelt, das Leid nur halb. Ich bitte, lassen Sie mich zum Ende noch wenige Worte sprechen.

Bella: O, bitte, Herr Meister, sprechen Sie noch recht viel! Ich höre Sie so gerne Deutsch sprechen, es klingt so musikalisch.

Herr Meister: Sie haben recht, mein Fräulein. Deutsch, schön gesprochen, klingt musikalisch. Freundschaft! Die Freundschaft und die Liebe zu allem, was groß ist und gut und schön, macht uns selbst gut, groß, schön, und stark, das Größte zu thun. Freundschaft und Liebe ist überall in der Natur. Kommen Sie mit mir, meine teuren Freunde, in das Feld. Früh am Sommermorgen, wenn die Sonne den Tau von Gras und Blumen küßt, — o sehen Sie dann, sehen Sie wie diese Blumen alle lächeln; hören Sie nur, wie diese Bäume wispern in stiller Freude, und wie die Vögel singen, und die Insekten so fröhlich summen, so froh!

Sie alle freuen sich, sie alle sind glücklich, denn die Sonne sendet ihre Strahlen. Das ist Freundschaft zwischen Sonne und Erde, und in dieser Freundschaft zwischen Sonne und Erde wird alles groß und reif. In dem Wald! Wie kühl, wie frisch! Alles ist so still, ich höre nur das Murmeln des klaren Baches. Kommt, dieser Bach ist nicht sehr tief, wir wollen springen von einem Stein zum andern bis auf jenen großen dort in seiner Mitte. Da wollen wir ruhen. Wie schön, o wie schön ist es hier! Sehen Sie auf der einen Seite des Baches, auf jenem Busche da, das Nest? O, seht, die grünen Blätter bedecken es ein wenig. Konnte die Liebe einen schöneren Platz finden als diesen? Still, still, nun kommt die Mutter; o sehen Sie, die Kleinen öffnen den Mund; nun legt die Mutter ihnen Körner hinein. So, jetzt haben sie alle. Nun fliegt die Mutter wieder fort; — sie kommt wieder, o wie die Jungen sich freuen! O, die kleinen, kleinen lieben Vögel! Hier stehe ich, wundere mich und freue mich. Wie warm muß das kleine Herz der Mutter fühlen für ihre Kinder! Das, das ist Mutterliebe .....

Louis: Bitte, Herr Meister, vergessen Sie nicht, von dem Pakete in Ihrer Hand zu sprechen.

Bella: Louis! Sie sind sehr ungeduldig!