Herr Meister: Das Bäumlein öffnete (ich öffne, ich öffnete, ich habe geöffnet) die Augen.
Louis: Ich verstehe.
Otto: — ist es aufgewacht und hatte Blätter von Gold. Da war es reich. Blätter von Gold im Sonnenschein! Das war so schön. Und das Bäumlein lachte, und es war so froh, und es sagte (ich sage, ich sagte, ich habe gesagt): Ich bin das schönste Bäumlein im Walde! Und dann war es Abend. Da kam ein Mann. Er sah (ich sehe, ich sah, ich habe gesehen) das Gold und steckte alles, alles in seinen großen Sack und in seine langen Taschen. Da hatte das Bäumlein keine Blätter mehr und auch kein Gold; es war so arm!
Anna: O, das arme Bäumlein!
Louis: Da lachte das Bäumlein nicht!?
Otto: Nein, es lachte nicht; es war traurig und sagte: Heute Morgen war ich voll mit goldenen Blättern und nun — ach, ich will keine goldenen Blätter, ich will Blätter von Glas. Und am nächsten Morgen hatte (ich habe, ich hatte) das Bäumlein Blätter von Glas. Das Glas glitzerte in der Sonne, und das Bäumlein sagte: Kein Baum im Walde glitzert so. Da kommt der Sturm durch den Wald, und er kommt an die Blätter von Glas; die Blätter von Glas fallen auf die Erde und in einer Minute waren alle, alle zerbrochen.
Bella: Der böse, böse Wind!
Otto: Da war das Bäumlein wieder traurig und es sagte: Ich will keine Blätter von Glas und keine von Gold; ich möchte grüne Blätter, wie alle die anderen Bäume hier im Walde. Und wieder ist es eingeschlafen am Abend, und wieder ist es aufgewacht am Morgen und da hatte es grüne Blätter. Da kam die Ziege.
Louis: Die Ziege? Was ist eine Ziege?