Otto: Bella, Sie sind meine Freundin; das ist auch Fräulein Anna. Sage ich: Der Winter ist besser, so spreche ich gegen die eine Freundin; sage ich: Der Sommer ist besser, so spreche ich gegen die andere. Was kann ich hier thun? Halt! ich weiß. Herr Meister, was kommt nach dem Sommer und ist vor dem Winter?

Herr Meister: Der Herbst. Der Herbst ist zwischen Sommer und Winter.

Otto: Gut; so sage ich: Der Herbst ist am besten; er ist besser, als der warme Sommer, und besser, als der kalte Winter. Und im Herbste, — o, da haben wir Thanksgivingday! meine Freundinnen, ja, Thanksgivingday! Da haben wir ein [Türkischhuhn][III-6] (= Henne). Ja, der Herbst ist am schönsten!

Bella: Otto! Sie sprechen nicht für mich; gut! ich werde selbst für mich sprechen. Und ich sage: Der Sommer ist besser; er ist besser, als der Winter und besser, als der Herbst. Ich weiß, der Winter hat Theater, Konzert und Ball. Das ist sehr schön, o, ja! und schön ist es auch im Kreise (= im Zirkel) von Freunden beim Feuer zu sitzen; aber ich denke nicht an mich allein. Hunderte und Tausende von Menschen sind im Winter oft in bitterer Kälte auf der Straße; sie haben kein Haus, kein Brot, und sind so hungrig. O nein, nein! Preiset nicht den Winter, den harten, harten Winter! Denken Sie nicht auch so, Herr Meister?


Herr Meister: Mein Fräulein; Sie sprechen so gegen den Winter, daß ich denken muß, wie Sie: Ja, der Sommer ist schöner und besser, als der Winter; das ist: Hier in New York. Aber in Deutschland, in Deutschland ist der Frühling schöner als der Winter, schöner als der Sommer und schöner als der Herbst. Ah, meine Freunde, ich finde nicht die Worte, Ihnen zu sagen, was der deutsche Frühling ist! Da müssen Sie die Gedichte lesen von Heine, von Goethe, von Schiller, von Rückert. Otto, wissen Sie, wer der deutsche Dichter des Frühlings ist?

Otto: Nein, das weiß ich nicht. Ich kenne Thomsons "Seasons," aber das ist nicht Deutsch; es ist Englisch.

Herr Meister: "The Seasons" ist ein gutes Gedicht. Der deutsche Dichter des Frühlings ist Ewald von Kleist. Von den deutschen Dichtern: Schiller, Goethe, Heine, Rückert

. spreche ich noch oft mit Ihnen. Heute kann ich nicht mehr. Adieu, meine Freunde!