Miss Violet
das Kameel-Mädchen
ist in ganz Amerika bekannt und eine beliebte Attraction, erweckt jedoch Mitleid beim gesammten Publicum. Sie ist im Jahre 1878 in New-Orleans, Nord-Amerika, geboren und wird seit etwa zwölf Jahren von ihren Eltern zum Geld-Erwerb ausgestellt. Miss Violet (das Veilchen) ist sehr hübsch, zieht sich jedoch von allem intimeren Verkehr zurück. Wie das Cliché zeigt, bewegt sie sich nur auf Händen und Füssen, da es ihr unmöglich ist, die Beine gerade zu machen. Die Kniescheiben befinden sich nämlich auf der Rückseite der Beine und zwar in solcher Lage, dass sie die Beine wohl »nach vorne« zum Körper biegen, sie jedoch nicht gerade ausstrecken kann. —
Ein ganz ähnlich verkrüppelter Neger wurde vor einigen Jahren ebenfalls in Amerika unter dem Namen Jim-Jim, »halb Pferd, halb Mensch« gezeigt. Er hatte sich auch wirklich die Bewegungen eines Pferdes ziemlich natürlich angeeignet. Trotz der rohen und abstossenden Art der Vorführung fand doch die »grosse Masse« des Publicums Gefallen daran und der Impresario (ein Deutscher Namens Max Zimmermann) erhält ausser dem freien Verkauf der Photographieen durchschnittlich eine Wochengage von 125 Dollars. Eine Attraction, wie diese »halb Pferd, halb Mensch«, würde in Europa polizeilich verboten werden.
Walter H. Drew
der »Drum«-Major