„Für dieses Mal —“. Sie küßte ihn und wollte ihrem eigenen Mißmut nicht nachgeben.

„Ja. Denkst du niemals daran, Jenny, daß es, wenn wir wieder hier sitzen, dann so nicht wieder sein kann wie jetzt? Man ändert sich dauernd, Tag für Tag — wir sind nicht mehr dieselben, wenn wir wieder hier unten sitzen. Nächstes Jahr — nächsten Frühling — es ist dann nicht mehr dieser Frühling, Jenny. Wir sind dann auch nicht mehr genau dieselben. Und unsere Liebe? Wir werden uns ebenso lieben, aber nicht auf ganz dieselbe Art.“

Jenny zog die Schultern hoch, als wenn es sie fröstelte:

„So etwas würde eine Frau niemals sagen, Helge,“ und sie versuchte zu lachen.

„Findest du es so seltsam, daß ich das sage? Ich kann nicht von dem Gedanken loskommen. Denn ich finde, diese Monate haben mich so sehr verändert. Dich auch — entsinnst du dich des ersten Morgens? Du sagtest, alles sei dir so verändert erschienen, als du hinaustratest. So wie ich war, als ich hierher kam, konntest du mich damals ja nicht liebgewinnen, Jenny, nicht wahr?“

Sie strich ihm über die Wangen:

„Aber Helge, mein Jung, das ist ja eben die große Veränderung — daß wir uns liebgewonnen haben. Und unsere Liebe wächst und wächst beständig. Wenn wir uns jetzt verändern, so liegt das nur daran, daß unsere Liebe wächst. Darum braucht man doch keine Furcht zu hegen? Wir sind zwei frohe Menschen geworden — das ist die Veränderung. Entsinnst du dich des Tages — meines Geburtstages — des Tages auf der Via Cassia? Die ersten feinen Fäden begannen damals, sich zwischen uns zu spinnen; jetzt ist ein starkes Band daraus geworden und es wird immer stärker. Ist das ein Grund, sich zu fürchten, Helge?“

Er küßte sie auf den Hals:

„Morgen reist du —“.

„Ja. Und in sechs Wochen kommst du nach.“