„Wenn wir hierher zurückkehren,“ sagte Helge, „so ist es eine solche braune Narbe wie die anderen. Glaubst du, daß wir es wiederfinden, Jenny?“
Sie nickte.
„Unter all den anderen,“ sagte er mißmutig. „Es stehen so viele Namen hier. Wir gehen dann wieder hier hinaus und suchen danach — wollen wir?“
„Ja.“
„Glaubst du daran, daß wir wieder hierher kommen, Jenny? Daß wir wieder hier stehen werden wie jetzt — oder nicht?“ Er zog sie an sich.
„Warum sollten wir nicht, mein Freund?“ Eng umschlungen gingen sie auf ihren Tisch zu. Und dicht aneinandergeschmiegt saßen sie und starrten auf die Campagna hinaus.
Der Sonnenschein des Frühlingstages rückte höher hinan und die Schlagschatten wanderten über die Hügel. Mitunter schoß das Licht in großen Strahlenbündeln hervor, wenn blanke Wolken, leicht und ruhig bewegt, über den blauen Himmel dahinsegelten. Aber draußen am Horizont, wo der dunkle Eukalyptuswald bei Tre Fontane über den entferntesten Hügelkamm lugte, dampfte ein perlenweißer Nebel auf; gegen Abend würde er wohl wachsen und den ganzen Himmel überfluten.
Weit drüben in der Ebene floß die Tiber dem Meere zu, golden, wenn sie der Sonnenschein traf, doch bleigrau mit mattem Glanz wie der Bauch eines Fisches, wenn die Wolken sich in ihr spiegelten.
Die Tausendschön leuchteten wie frischgefallener Schnee auf den Hügeln. Auf dem Abhang unterhalb des Gemüsegartens der Osteria keimte der junge Weizen empor, lichtgrün und seidenweich. Mitten auf dem Acker draußen standen zwei Mandelbäumchen, deren Blütenkronen blaßrot schimmerten.
„Unser letzter Tag in der Campagna,“ sagte Helge. „Ist es nicht seltsam?“