„Nein, ich konnte nicht mehr nach Hause gehen, ich kam zu spät aus dem Atelier. Können Sie mir nicht eine Arbeit leihen, Frau Gram?“
Jenny unterhielt sich mit ihr über den Preis aufgezeichneter Handarbeiten hier und in Paris, und über die Bücher, die sie ihr geliehen hatte. Gram saß und las. Hin und wieder fühlte Jenny seine Augen auf ihr ruhen.
Gegen elf Uhr kam Helge. —
„Was ist denn geschehen?“ fragte er, als sie dann die Treppe hinuntergingen. „Ist zu Haus wieder eine Szene gewesen?“
„Durchaus nicht.“ Sie sprach heftig und nervös. „Deine Mutter nahm es wohl ungnädig auf, daß ich mit deinem Vater zusammen zu euch nach Hause kam.“
„Ich finde allerdings auch, das hättet ihr vermeiden können,“ sagte Helge zaghaft.
„Ich fahre mit der Straßenbahn nach Hause!“ Uebernervös, wie sie war, riß sie sich plötzlich unbeherrscht von ihm los. „Mehr ertrage ich heute Abend nicht, hörst du? Ich will nicht jedesmal diese Szenen mit dir haben, wenn ich bei euch gewesen bin. Gute Nacht!“
„Aber Jenny! Jenny —!“ Er lief ihr nach, aber sie war bereits an der Haltestelle. Die Bahn kam im selben Augenblick, Jenny sprang auf und ließ ihn stehen.
VII.
Sie ging den ganzen Vormittag über im Atelier auf und ab, ohne zu arbeiten. Sie hatte nicht die Kraft, etwas zu tun.