Helge wurde rot:

„Liebste Jenny, ich mußte mit dir sprechen. Die Portierfrau sagte, sie glaubte ganz bestimmt, du seiest oben. Du weißt doch wohl, daß ich nicht dir mißtraue —“

„Ich weiß bald nicht mehr aus noch ein,“ antwortete sie aufgebracht. „Ich kann das nicht mehr aushalten — all den Argwohn, diese Geheimnistuerei, diesen Unfrieden und die Häßlichkeit. Herrgott, Helge — kannst du mich denn nicht ein wenig dagegen schützen!“

„Arme Jenny.“ Er erhob sich und ging zum Fenster, den Rücken ihr zugewandt.

„Ich habe mehr darunter gelitten, Jenny, als du ahnst. Es ist zum Verzweifeln. Denn — begreifst du das nicht selber — Mutters Eifersucht ist doch nicht ganz unbegründet.“

Jenny zuckte zusammen. Helge wandte sich um und sah es.

„Ich glaube natürlich nicht, daß Vater sich dessen bewußt ist. Sonst würde er seinem Verlangen, mit dir zusammen zu sein — nicht in diesem Maße nachgeben. Obgleich —. Er sprach auch mit mir darüber, daß wir beide fort müßten, fort aus dieser Stadt. Ich weiß nicht — hat er dich nicht überhaupt auf die Reise gebracht?“

„Auf diese Reise nach Holmestrand bin ich selbst gekommen. Er sprach aber gestern mit mir davon, daß wir nicht hier in der Stadt wohnen dürften — wenn wir verheiratet wären —“

Sie ging auf ihn zu und legte beide Hände auf seine Schultern. Ihre Stimme war klagend:

„Helge, mein Freund — ich muß ja reisen, wenn es so ist — Helge, Helge — was sollen wir tun?“