„Du, ich war heute auf Bygdö, Gert. Ich ging dort umher, wie wir kürzlich zusammen. Wir fahren beide bald wieder dort hinaus, nicht wahr? Vielleicht übermorgen, wenn das Wetter sich hält? Dann finde ich schon eine Ausrede daheim, daß wir den ganzen Abend zusammen sein können, willst du? Du bist sicher betrübt darüber, daß ich so schnell wieder fort muß, nicht wahr?“
„Liebste Jenny, das habe ich dir doch tausendmal gesagt —,“ sie hörte es seiner Stimme an, daß er nun wieder mit seinem trüben Lächeln dasaß: „Ich bin dir für jede einzige Sekunde dankbar, die du deinem Freunde schenkst.“
„Sprich nicht so, Gert,“ bat sie gequält.
„Warum darf ich das nicht sagen, wenn es so ist? Mein geliebtes, kleines Mädchen, meinst du, ich werde jemals vergessen, daß alles, was du mir gegeben, eine fürstliche Gnade war, daß ich nie begreifen werde, wie du es mir geben konntest?“
„Gert! Im Winter, als ich merkte, daß du mir gut bist, wie gut du mir bist, sagte ich zu mir selber, daß es ein Ende haben müsse. Aber da begriff ich auch, daß ich ohne dich nicht sein könnte, und so wurde ich dein. War das eine Gnade? Wenn ich dich nicht lassen konnte?“
„Das ist es ja eben, Jenny, daß du mich so lieben lerntest, was ich eine fürstliche Gnade nenne.“
Stumm schmiegte sie sich an ihn.
„Du junge, herrliche kleine Jenny —.“
„Ich bin nicht jung, Gert. Als du mich trafst, fing ich schon an, alt zu werden, ich bin nie jung gewesen. Ich fand, du warst jung, viel jünger in deinem Herzen als ich, denn du glaubtest noch immer an alles, was ich verlachte und Kinderträumereien nannte, bis du mich glauben lehrtest, daß es das gab, Liebe und Wärme und all das Andere —.“
Gert Gram lachte still vor sich hin. Dann flüsterte er: