„Ich verstehe. Aber Gott des Himmels, Kind, wie mußt du es schwer gehabt haben!“ rief er plötzlich aus.

„Ja,“ sagte Jenny ruhig. „Am meisten deinetwegen, Gert. Ich bitte dich nicht, mir zu verzeihen.“

„Ich — dir? Ach, du großer Gott, kannst du mir verzeihen, Jenny —? Ich ahnte ja, daß dieser Tag kommen würde.“

„Das ahnten wir wohl beide,“ sagte sie wie vorher.

Er warf sich plötzlich auf den Boden und bohrte das Gesicht in den Sand. Sie beugte sich nieder und legte ihre Hand auf seinen Nacken.

„Kleine, kleine, kleine Jenny — oh, kleine Jenny, was habe ich dir getan!“

„Lieber —“.

„Mein weißes Vögelchen, habe ich dich mit meinen häßlichen, schmutzigen Fäusten berührt, deine weißen Flügel befleckt?“

„Gert!“ Sie ergriff seine Hände und sprach schnell und heftig. „Hör zu. Du hast mir doch nur Gutes erwiesen, ich bin es ja, die —. Ich war so müde, und du botest mir eine Ruhestätte, ich fror, und du wärmtest mich. Ich mußte ausruhen und ich mußte gewärmt werden, ich mußte fühlen, daß ein Mensch mich liebte. Herrgott, Gert, ich wollte dich nicht betrügen, aber du konntest es nicht verstehen, ich hätte dir niemals erklären können, daß ich dich auf andere Art liebte, so — armselig. Kannst du nicht begreifen?“

„Nein, Jenny. Ich glaube nicht daran, daß ein junges, unschuldiges Mädchen einem Manne alles schenkt, wenn sie nicht sicher meint, ihre Liebe würde immer dauern.“