„Das gerade bitte ich dich, mir zu vergeben. Ich wußte, daß du es nicht verstehen würdest, und ich nahm dennoch alles hin, was du mir gabst. So wurde es eine Qual für mich selbst — schlimmer und schlimmer, und ich fühlte, ich war nicht imstande, so fortzufahren. Ich habe dich doch gern, Gert, aber wenn ich nur annehmen soll und in Wahrheit nichts besitze, womit ich es dir vergelten kann ...“

„Wolltest du mir das gestern sagen,“ fragte Gert kurz darauf.

Jenny nickte.

„Und statt dessen —“.

Er wurde glühend rot.

„Ich konnte nicht, Gert. Du kamst so froh an. Ich wußte, daß du gewartet und dich gesehnt hattest.“

Er erhob brüsk den Kopf:

„Das hättest du nicht tun sollen, Jenny. Nein. Hättest mir nicht so ein — Almosen geben sollen.“

Sie bedeckte ihr Gesicht. Die qualvollen Stunden fielen ihr ein, die sie oben in ihrem verstaubten Atelier in der sonnendurchglühten, eingeschlossenen Luft zugebracht, in steter Ruhelosigkeit umhergehend, aufräumend und ihn erwartend, während ihr Herz sich vor Schmerz zusammenkrampfte. Aber sie war nicht fähig, es ihm zu sagen.

„Ich war mir über mich selbst nicht klar, als du kamst. Ich dachte einen Augenblick — ich wollte versuchen.“