Er tat, als hörte er nicht. Erst, als sie es wiederholte, griff er nach seinem Glase. „Pardon — ich sah nicht,“ trank und sah wieder fort.

Dieser oder jener lächelte. Da Heggen und Fräulein Winge Tür an Tür im obersten Stockwerk irgendwo drüben zwischen Babuino und Corso wohnten, glaubte man genug zu wissen. Was aber Fräulein von Schulin betraf, so war sie vorübergehend mit einem norwegischen Schriftsteller legitim verheiratet gewesen, reiste dann von ihm und dem Kinde in die weite Welt hinaus, wo sie wieder ihren Mädchennamen, die Anrede Fräulein und Malerin angenommen hatte, und außerdem Freundschaften mit Frauen unterhielt, worüber besonders üble Gerüchte im Umlauf waren.

Der Wirt kehrte wieder zur Gesellschaft zurück und parlamentierte eindringlich, um sie zur Tür hinauszubekommen. Die beiden Kellner löschten die Gasflammen drüben im Lokal und stellten sich abwartend am Tische auf. Es blieb also nichts anderes übrig, als zu bezahlen und dann zu gehen.

Heggen gehörte zu den letzten, die das Lokal verließen. Drüben auf dem Marktplatz im Mondenschein sah er, wie Fräulein Schulin Jennys Arm ergriff. Sie liefen auf eine leere Droschke zu, die die anderen im Begriff waren zu stürmen. Er sprang hinüber und hörte von weitem Jenny rufen: „Ihr wißt, die in der Via Paneperna.“ Sie hüpfte in die überfüllte Droschke und fiel irgend jemanden auf den Schoß.

Aber einige Damen wollten wieder ins Freie, andere in den Wagen — ununterbrochen sprang jemand aus der einen Wagentür hinaus und in die andere hinein. Der Kutscher saß unbeweglich auf dem Bock und wartete. Der Gaul schlief, den Kopf bis fast aufs Steinpflaster gesenkt.

Jenny stand wieder auf der Straße, aber Fräulein Schulin streckte die Hand nach ihr aus — es war noch Platz.

„Es ist eine Schande um das Pferd,“ sagte Heggen kurz. So begann sie denn zu gehen, neben ihm, als letzte in der Schar derer, die in der Droschke nicht Platz gehabt hatten. Der Wagen rollte langsam vorauf.

„Du willst doch nicht behaupten, daß du länger mit diesen Menschen zusammen sein magst, ganz bis zur Via Paneperna hinaustrotten nur deswegen?“ sagte Heggen.

„Oh, wir werden schon unterwegs eine leere Droschke finden —“

„Daß du dazu Lust hast — betrunken wie die Lumpen sind sie auch — alle miteinander,“ wiederholte er.