Gunnar Heggen war der einzige, der es mehr als gern gesehen hätte, daß das Trinkgelage ein Ende nähme. Er war der einzig Nüchterne und hatte schlechte Laune.

Dr. Broager brachte alle Augenblicke seinen schwarzen Schnurrbart auf Jennys Hand an. Wenn sie diese an sich zog, versuchte er es auf ihrem nackten Arm. Die andere Hand hatte er hinter ihr aufs Sofa gelegt. Sie saßen zusammengedrängt im Winkel, so daß jeder Versuch, sich ihm zu entwinden, umsonst gewesen wäre. Im übrigen war ihr Widerstand auch ziemlich schwach, und sie lachte ohne Zorn über seine Zudringlichkeit.

„Pfui!“ sagte Loulou von Schulin und zog die Schultern hoch. „Daß Sie das ertragen können! Finden Sie ihn denn nicht widerlich, Jenny?“

„O doch, natürlich. Aber Sie sehen ja, er ist genau so wie eine Schmeißfliege — es nützt nichts, ihn wegzujagen. Pfui, hören Sie doch auf, Doktor —“

„Pfui,“ sagte die andere wie vorher. „Daß Sie das aushalten können!“

„Pah! Ich kann mich ja mit Seife abwaschen, wenn ich nach Hause komme.“

„So?“ Loulou von Schulin warf sich über Jennys Schoß und streichelte ihre Arme. „Wir geben jetzt auf die armen schönen Hände acht! Sehen Sie!“ Sie hob die eine Hand in die Höhe und zeigte sie der Tafelrunde. „Ist sie nicht entzückend?“ Dann löste sie ihren giftgrünen Automobilschleier vom Hute und hüllte Arme und Hände darin ein. „Ins Fliegennetz — seht doch nur!“ Und sie streckte Broager blitzschnell die Zunge heraus.

Jenny blieb einen Augenblick, die Arme in den grünem Schleier gewickelt, sitzen. Dann machte sie sich frei und zog Jacke und Handschuhe an.

Broager versank in einen kleinen Halbschlummer. Aber Fräulein Schulin hob ihr Glas:

„Prost! Herr Heggen!“