„Du weißt, was auch ich weiß. Du hast es immer gewußt. Im großen und ganzen leitet der Mensch sein Geschick selbst. Man ist seines eigenen Schicksals Herr — in der Regel. Hin und wieder ist man es nicht. — doch dann tragen Umstände die Schuld, über die man nicht gebietet. Aber es ist eine gewaltige Uebertreibung, zu behaupten, daß es oft der Fall sei.“

„Gott mag wissen, mir ist es nicht ergangen, wie ich gewollt, Gunnar. Ich habe viele Jahre hindurch den Willen gehabt und nach meinem Willen gelebt.“

Sie schwiegen beide eine Weile still.

„Eines Tages,“ sagte sie langsam, „änderte ich einen Augenblick den Kurs. Ich fand es so kalt und hart, dieses Leben zu leben, das, wie ich glaubte, das würdigste sei. So einsam, weißt du. So bog ich denn einen Augenblick zur Seite, wollte jung sein und ein wenig spielen. Und dadurch geriet ich in eine Strömung hinaus, die mich trieb — ich endete in Dingen, mit denen in Berührung zu kommen, ich niemals eine Sekunde für möglich gehalten hatte.“

Heggen schwieg.

„Es gibt einen Vers,“ sagte er dann leise. „Rosetti — er ist nämlich ein weit besserer Dichter als Maler:

Was that the landmark? What, — the foolish well

Whose wave, low down, I did not stoop to drink

But sat and flung the pebbles from its brink

In sport to send its imaged skies pell-mell,