Heggen setzte sich rittlings über einen Stuhl und schlang die Arme um die Lehne.
„Das wenige Gewisse im Leben, an das wir uns halten können, ist wahrlich leicht genug zu übersehen. Man muß seine Rechnung und seine Ansichten danach in Ordnung bringen. Mit all dem Ungewissen aufräumen, so gut man kann, sobald es auf dem Tapet erscheint.“
Jenny setzte sich aufs Sofa und stützte den Kopf in die Hand:
„Ich habe nicht mehr das Gefühl, daß es irgend etwas im Leben gibt, worüber ich die genügende Uebersicht habe, so daß ich es als Grundlage für meine Anschauungen gebrauchen oder meine Rechnung danach machen könnte,“ sagte sie ruhig.
„Das ist nicht dein Ernst.“
Sie lächelte nur.
„War es nicht immer,“ sagte Gunnar.
„Es gibt wohl niemanden, der immer dasselbe meint.“
„Doch, immer, wenn man nüchtern ist. Wie du heute Nacht sagtest, man ist nicht immer nüchtern, auch wenn man nichts getrunken hat.“
„Jetzt — wenn ich mich hin und wieder nüchtern fühle —“ Sie brach ab und schwieg.