„Ja. Aber ich will ihn nicht heiraten.“
„Ah, auf diese Art,“ sagte er hart.
„Nein.“ Sie lächelte flüchtig. Müde und erregt senkte sie das Haupt. „Ich bin nicht mehr zu irgend einem Verhältnis einem Menschen gegenüber fähig — jetzt nicht mehr. Ich bin zu nichts fähig. Ich wünschte, du gingest, Helge.“
Aber er blieb sitzen.
„Ich kann nicht fassen, daß alles wieder aus sein soll. Ich habe es nie geglaubt, und jetzt, wo ich dich wiedersehe —. Ich habe nachgedacht, immer und immer wieder, es war meine eigene Schuld. Ich bin so verzagt, wußte nie, was das Richtige war. Es hätte anders sein können. Ich dachte an den letzten Abend, als ich in Rom mit Dir zusammen war. Ich meinte immer, dieser Augenblick müßte wiederkehren. Ich ging damals, weil ich glaubte, es sei das Beste. Ich kann dich doch wohl nicht deswegen verloren haben —.“
„Damals“ — er blickte nieder — „hatte ich noch nie ein Weib berührt. Ich war scheu geworden durch die Zustände daheim. — Träume und Phantasien — mitunter schufen sie eine Hölle, aber immer war die Furcht am stärksten —. Ach. Jetzt bin ich neunundzwanzig Jahre alt. Ich habe nichts Schönes und Glückliches erlebt — außer dem kurzen Lenz mit dir. Begreifst du denn nicht, daß ich den Gedanken an dich nie aufgeben konnte? Begreifst du nicht, wie ich dich liebe — das einzige Glück, das ich gekannt habe? Ich kann nicht ohne dich sein — jetzt kann ich nicht mehr —.“
Sie hatte sich erhoben, bebend, und auch er war aufgestanden. Sie wich unwillkürlich einige Schritte zurück.
„Helge — ein anderer ist dagewesen.“
Er stand still und blickte sie an.
„So — ein anderer ist also dagewesen. Ich hätte es sein können — und dann wurde es ein anderer. Aber, ich will dich haben, was kümmert es mich. Jetzt will ich dich besitzen, denn einst hast du es mir zugesagt —.“