„Klettert herauf, dann dürft ihr mitfahren.“

Er hob sie in den Wagen.

„Wo arbeitet euer Vater denn, was?“

„Auf Brustad.“

„Brustad — ah so — ist das nicht der Schule gegenüber?“

So ging das Gespräch hin und her. Der dumme, unwissende erwachsene Mann fragte und fragte, wie Erwachsene immer mit Kindern sprechen. Der Erwachsene fragt, und die Kleinen, die so viel Weisheit besitzen, konferieren stumm mit Augenblinzeln und geben mit Vorbehalt nur so viel zum besten, als sie für angemessen halten.

Hand in Hand trabten sie über den Erdboden unter den rostbraunen Palmweiden an dem brausenden Bach entlang, nachdem er sie abgesetzt hatte. Er sah ihnen eine Weile nach, wendete den Wagen und fuhr seinem eigenen Ziele zu.

Daheim hatten sie abends Lesestunde. Ingeborg, seine Schwester, saß drüben neben dem alten Eckschrank aus Birkenholz und lauschte mit ekstatisch bleichem Antlitz und stahlblau glänzenden Augen einem Schuhmachermeister aus Fredriksstad, der von Gnade sprach. Dann sprang sie auf und sprach ihr Glaubensbekenntnis, zitternd vor Leidenschaft.

Ingeborg, seine schöne, frische Schwester! Wie wild war sie einst gewesen, wie hatte sie Tanz und Vergnügen geliebt! Und Lesen und Lernen! Während er in der Stadt arbeitete, mußte er ihr Bücher und Broschüren senden und den „Socialdemokraten“ in Paketen zweimal die Woche. Alles wollte sie wissen und lernen. Dann, als sie dreißig Jahre alt war, wurde sie erweckt. Jetzt redete sie mit Zungen. —

Ihre ganze Liebe hatte sie auf ihren kleinen Brudersohn Anders geworfen, und das kleine Mädelchen, das sie in Pflege hatten, ein uneheliches Kind aus Kristiania. Mit blitzenden Augen erzählte sie ihnen von Jesus, dem Kinderfreund.