Draußen auf dem Rasen wuchsen einige rotviolette Anemonen. Er erhob sich gedankenlos und pflückte sie.

Ach Frühling, Frühling.

Er entsann sich des letzten Males, als er im Frühling daheim war, es war jetzt zwei Jahre her.

Auf der Umsteigestation erwartete ihn ein Karren mit einer roten Mähre davor. Der Besitzer des Gefährtes war ein alter Schulkamerad. An einem sonnenklaren Märzvormittag fuhr er auf dem Feldweg daher. Unter dem lichtblauen Himmel breiteten sich Felder mit gelblichfahlem altem Grase aus. Wo der verwitterte Hügel sich über der Ebene erhob, standen Wacholder, Birken und Ebereschen in kleinen Gruppen bei einander, die nackten glatten Zweige in die Luft streckend. Die Düngerhaufen auf den gepflügten Feldern glänzten wie goldbrauner Sammet. Gehöfte tauchten auf, eines nach dem anderen, mit den bekannten Umrissen der Scheunen, mit gelben, grauen und roten Häusern, mit Aepfelgärten und Fliederbüschen davor. Um den Ort zog sich der Wald, olivengrün, mit einem lenzhaften, violetten Schimmer über den Birkenästen. Ein vereinzelter Streifen Schnee lag nordwärts grünlichweiß im Schatten.

Ueber das ganze Kirchspiel herab rieselten an jenem Tage Triller unsichtbarer Lerchen.

Er nahm zwei weißschöpfige Bürschchen mit, die mit einem Eimer voll Essen über den Weg trabten. Armselig gekleidet, in Holzschuhen trotteten sie durch den Schmutz.

„Wo wollt ihr hin, Jungens?“

Sie blieben stehen und betrachteten ihn mißtrauisch.

„Wollt ihr vielleicht dem Vater Essen bringen?“

Sie gaben es zögernd zu, ein wenig überrascht, daß der fremde Mann das wissen konnte.