„Seltsam, daß sie hier gedeihen, wo so viele Menschen gehen und alles niedertreten.“

„Oh ja, es sprießt hier überall, wo sich nur ein wenig Erde zwischen zwei Steinen findet. Sie hätten im letzten Frühjahr das Dach sehen sollen, unter dem wir wohnen. Dort wächst ein kleines Feigenbäumchen zwischen den Dachziegeln. Cesca macht sich solche Sorge, daß es den Winter nicht überdauert — und wovon soll es leben, wenn es größer wird? Sie hat es gezeichnet.“

„Ihre Freundin malt auch, wie ich hörte?“

„Ja, Cesca ist sehr talentvoll.“

„Ich besinne mich jetzt, ich sah im vergangenen Herbst auf der staatlichen Kunstausstellung ein Bild von Ihnen,“ sagte Helge ein wenig zaghaft. „Rosen in einer Kupferschale.“

„Ja, das hab’ ich im Frühling hier unten gemalt. Jetzt bin ich nicht mehr damit zufrieden —. Ich war im Sommer zwei Monate in Paris und finde, daß ich in der Zeit sehr viel gelernt habe. Ich habe es aber verkaufen können, für dreihundert Kronen; das war der Preis, für den ich es ausgeschrieben hatte. Ja, einiges ist übrigens ganz gut daran.“

„Sie malen etwas modern — aber das tun Sie gewiß alle?“

Jenny lächelte leise, antwortete aber nicht.

Die anderen standen am Fuß der Treppe und warteten. Jenny reichte allen die Hand und sagte Guten Morgen.

„Das sieht dir doch wieder ähnlich,“ sagte Heggen. „Ist es dein Ernst, jetzt hinaufzugehen und zu arbeiten?“