„Lachst du, Jung?“
„Ich dachte nur an die Altertumsforscher.“ Da lachte sie auch — still und gedankenlos, wie glückliche Menschen über etwas Gleichgültiges lachen.
Des Morgens waren sie über das Forum gegangen, hatten eine Weile oben auf dem hohen Sockel der Foscassäule gesessen und miteinander geflüstert. Zu ihren Füßen breitete sich das Ruinenfeld aus, vom Sonnenlicht vergoldet und vom Alter verwittert, während Touristen, klein und schwarz, zwischen den Mauerresten umherkrabbelten. Aber ein wenig abseits, inmitten der Scharen der Reisegesellschaft die Einsamkeit suchend, schlenderte ein jungverheiratetes Paar. Er war fettleibig, sommersprossig und blond, mit Kniehosen und Kodak, und las seinem jungen Weibe aus dem Baedeker vor. Sie aber, ganz jung, üppig und dunkel, mit einem angeborenen hausfraulichen Gepräge in dem weichen, mehlweißen Gesicht, setzte sich auf einer umgestürzten Säule in Positur, worauf der Mann sie knipste. Die beiden aber, die oben zu Füßen der Foscassäule saßen und von ihrer Liebe flüsterten, gedankenlos, unbekümmert darum, daß sie sich zufällig auf dem Forum Romanum befanden, lachten.
„Bist du hungrig?“ fragte Helge.
„Nein. Du?“
„Nein. Weißt du, wozu ich Lust hätte?“
„Nein?“
„Mit dir nach Haus zu gehen, Jenny. Bei dir zu Hause heute Abend Tee zu trinken. Geht das nicht?“
„Ja, natürlich.“
Sie schickten sich an, durch die Stadt hinabzugehen, durch die Seitengassen, Arm in Arm.