Auf ihrem dunklen Treppenflur riß er sie plötzlich an sich. Sein Arm lag hart unter ihrer Brust, und er küßte sie wild und heftig, daß ihr Herz plötzlich stark und angstvoll zu schlagen begann. Zorn über sich selbst stieg in ihr auf, weil sie diese Furcht nicht zu überwinden vermochte.

„Mein lieber Junge,“ flüsterte sie in der Dunkelheit; sie wollte sich dadurch selber zur Ruhe zwingen.

„Wart’ noch einen Augenblick,“ flüsterte Helge, als sie drin das Licht anzünden wollte. Er küßte sie wie vorher. „Zieh dieses Geishagewand an, du siehst so lieb darin aus — ich setze mich solange auf den Balkon hinaus.“

Jenny zog sich im Finstern um. Dann setzte sie Teewasser auf und füllte die Vasen mit Anemonen und Mandelzweigen, bevor sie ihn hereinrief und die Lampe anzündete.

„O Jenny!“ Er zog sie wieder an sich.

„Du bist so schön. Alles ist so schön an dir. O, es ist herrlich bei dir zu sein. Ich wünschte, ich könnte immer bei dir sein.“

Sie legte beide Hände um sein Gesicht.

„Jenny, möchtest du das auch, daß wir immer beisammen sein könnten?“

Sie blickte ihm in die schönen, goldbraunen Augen:

„Ja Helge. Das möchte ich auch.“