„Wünschst du nicht auch, daß er nie ein Ende nähme, dieser Lenz hier unten — unser Lenz?“
„Doch.“ Sie warf sich jäh im seine Arme. „O ja, Helge.“ Sie küßte ihn und ließ ihre halbgeöffneten Lippen und ihre geschlossenen Augen um mehr Küsse flehen. Die Worte von ihrem nimmer endenden Frühling schienen einen leisen angstvollen Schmerz in ihr zu wecken, sie wußte, daß dieser Frühling und ihr Traum einmal ein Ende finden würden. Und im Unterbewußtsein lag eine leise Furcht, über die sie sich keine Rechenschaft geben wollte, die aber lebendig geworden war, als er sagte: möchtest du, daß wir immer zusammen blieben?
„Ich wünschte, ich brauchte nicht heimzureisen,“ sagte Helge innig.
„Ich reise doch auch,“ flüsterte sie sanft. „Wir kehren wieder hierher zurück, Helge. Zusammen.“
„Du hast dich also entschlossen, nach Hause zu fahren? Und nun komme ich dazwischen und zerstöre alle deine Pläne?“
Sie küßte ihn rasch und sprang fort zum kochenden Teewasser.
„Nein, ich war schon vorher halb dazu entschlossen, siehst du, da Mama mich ja doch sehr nötig hat.“ Sie lachte. „Fast schäme ich mich — sie ist ja so gerührt darüber, daß ich nach Hause komme und ihr helfen will. Und dabei ist es nur, weil ich mit meinem Liebsten zusammen sein möchte. Aber es ist schon gut so. Ich wohne ja billiger zu Haus, wenn ich ihr auch beistehe, und kann vielleicht ein wenig sparen. Dann bewahre ich das Geld auf — bis auf später ...“
Helge nahm die Teetasse, die sie ihm reichte. Dann ergriff er ihre Hand.
„Aber wenn du das nächste Mal fortreist, nimmst du mich mit! Ja, denn — du willst doch — du meinst doch — daß wir uns heiraten, Jenny?“
Sein Antlitz war so jung und sah in so banger Frage zu ihr auf, daß sie es wieder und wieder küssen mußte. Sie vergaß, daß sie sich vor diesem Wort selbst gefürchtet hatte, das vorher zwischen ihnen nicht gefallen war.