[Anmerkungen zur Transkription] finden sich am Ende des Buches.
Die
Kakomonade
ein Nachlaß
vom Doktor Panglos,
als ein Supplement
des Kandide,
von
Linguet.
Nach der zweiten vermehrten Ausgabe übersetzt.
Berlin, 1786.
Buchhändlernachricht.
Es leben zwo berüchtigte Schwestern in der Welt, welche mit voller Gewalt auf derselben regieren. Man ist gesinnet, von der Einen derselben die Geschichte ihres Lebenslaufes hier vorzulegen. Dem Leser wirds gar nicht schwer fallen, zu errathen, wer die sei, von der man spricht, sobald er weis — was wir ihm eben sagen — daß man jene, von der die Rede nicht ist, nach unserer französischen
Mundart gemeinhin die petite vérole nenne[1)].
Diese nun hat sich vor undenklicher Zeit in Europen ausgebreitet; der andern aber gelang es nur erst um viele Jahrhunderte später, in diesem Welttheile festen Fuß zu fassen; indessen mag man sie für Zwillingsschwestern
ansehen, und ihr Alter beinah so weit hinaussetzen, als das Alter der Welt. Es ist wahrscheinlich, daß sie bei ihrer Geburt zu einer Zeit mit Noe sich in das Universum theilten. Die Eine nahm die linke, die Andere die rechte Seite desselben in ihren Besitz. Sie zogen mit den Söhnen dieses Patriarchen herum, und schlugen in Wüsten, denen es an nichts, als an Bewohnern fehlte, ihren Wohnsitz auf.