Die Argonauten des sechszehnten Jahrhunderts pochten mehr auf Muth, als auf Geduld, um sich desto geschwinder den Schmuck der Karaiben zuzueignen, raubten sie mit einem den Schmuck, und den Theil des Körpers, an dem er befestiget war, ab. Alles, was die Ehre hatte, mit Golde bedeckt zu seyn, blieb sammt seiner Zierde unter den Händen der Sieger. Dieß geschah, um die Zeit zu ersparen, mit welcher die Eroberer aller Jahrhunderte gewaltig geizten. Diese Oekonomie both eine überflüssige Ladung für ein Schiff, das nach Spanien kam, um da die Beute aus einem andern Welttheile auszukramen.
Während dieses Schauspiel alle Augen auf sich zog, ward man der Kakomonade, die hinter so vielen kostbaren Gepäcken verborgen lag, nicht gewahr. Sie machte sich fertig, festen Fuß zu fassen, und wählte sich schon ihre Wohnungen mitten unter dem Haufen, der sie umgab. Sie hatte sich bald ausgeschifft, und folgte dem Christoph und Martin Kolumbus bis nach Hofe, wo eine tugendhafte Königinn, Namens Isabelle, den Thron besaß, von dem sie so eben ihren Bruder herabgestossen hatte.
Diese weise Prinzessinn mit ihrem Gemahle, dem aufrichtigen, großmüthigen Ferdinand dem Katholischen, hatte dem Könige von Neapel, ihrem Blutsfreunde geschworen, ihn zu beschützen. In der Folge fanden sie, daß es edler, anständiger, und gerechter wäre, ihn auszuplündern. Sie ließen also zu Barzellona zu diesem Felszuge ihre Trouppen die Schiffe besteigen.
Die Trouppen giengen unter Seegel mit einer ganz neuen Gattung von Provisionen. Einen Hauptartikel davon machte die Kakomonade, ob sie gleich in die Verzeichnisse der Proviantmeister nicht eingetragen war. Sie reiste zu gleicher Zeit mit der Armee. In Italien, dessen Landesgebräuche ihr nicht günstig waren, machte sie Anfangs schlechte Progressen. Aber zu ihrem Glücke hatte sich Karl der Achte in den Kopf gesetzt, den heiligen Vater Alexander den Sechsten zu Rom zu besuchen.
Jedermann weis, wie unnütz, und prächtig dieser Feldzug war. Die französischen Ritter entwickelten da den wunderbarsten und fruchtlosesten Heldenmuth. Reißenden Fluges brachten sie Mailand, Florenz, Rom, Neapel, und die Kakomonade an sich; aber von allen Eroberungen, war diese letzte, die sie am liebsten aufgegeben hätten, die einzige, die ihnen blieb.
Bei ihrer Heimkehr, überpflanzten sie sie in ihr Vaterland, wo die französische Galanterie sie mit allen Ehren empfieng; und dieß war beinah der einzige Nutzen, der unsern Verfahren aus einem so herrlichen Feldzuge zufloß.
Neuntes Kapitel.
Verschiedene Reisen der Kakomonade.
Indessen die alte Bewohnerinn von Amerika sich so unter dem Gefolge einer Menge wackerer Krieger den Eingang in Frankreich öfnete; entwischte sie von Zeit zu Zeit, um auch in den übrigen Theilen der Erde Kolonien anzulegen. Sie schwamm die Rhone hinunter um in der Themse zu ankern. Sie maß die Pireneen zurück, um queer durch Spanien in Portugal zu eilen. Sie schifte sich zu Lisabon ein, um von Goa Besitz zu nehmen, den sie gemeinschaftlich mit der heiligen Inquisition noch behauptet.