Der Wandersmann hatte Takt und Bildung und bemäntelte den begreiflichen Irrtum. Er sagte: „Hab mich nur rewantschiert, junge gnädige Frau, für das ‚zu nix bracht haben‘.
Blüte und Apfel an einem Baum,
Das ist der schönste Lebenstraum,
sagt man bei uns.“
„Woher sind Sie denn, Wandersmann?“
„Geltens, das heert man niche! Ich spreche eine internationalische Sprache. Wenn man in der Welt g’ehrt und g’acht sein will, da därf man seine Mundart nich reden. Also, ich bin ein g’lernter Maurer, die Stadt Närrnberg blickte auf meine Wiege. An der hat man mir auch nicht gesungen, daß ich als alter Mann noch ein reisender Etranschär im fremden Lande wäre.“
„Wissen Sie denn noch, was man an Ihrer Wiege gesungen hat?“
Der Mann lachte: „Es ist allerdings a weng lang her.“
Freyer mischte sich in das Gespräch. „Wenn Sie Papiere haben und Arbeit suchen — ich hätte welche zu vergeben.“
„Nach mir därf man sich überall erkundigen,“ sagte der Wandersmann stolz. „Nur aus Charakter hab’ ich meine Stellen wieder aufgegeben — nur aus Charakter.“ Und er zog seine schmutzigen Papiere heraus.