„Nun, was ist es denn?“
Frau Zeine sprach: „Ich muß mei Herze erleichtern. Wenn ich so die Arde hacke, sprach ich for mich, die Leite habens in Mitteln, die kenn was tun. Sprach ich for mich, was die alten Leite sin, die derfen das nicht erfahren. Hat doch ihr Herze an den seligen Freilein, was nune gestor’m is, gehang. Das fremde Freilein verstaht unsereens nich, wo die zu Hause is, da kenn sie nich ordentlich sprache. Und was der Herr Klemens is, so is er e Spaßvogel, immer voll Bossen. Mit denn kann’ch nichts Arnsthaftes sprache. Das Freilein Leonore hat e Herze für unsereens, zu der kunnt’ch sprache, aber sie is so jung, joe — ich waß nich —“
Frau Zeine hielt inne und sah ratlos auf Leonore. Leonore aber sah ratlos auf Frau Zeine. „Ich verstehe nicht recht, Frau Zeine, was wollen Sie mir denn sagen?“
„Ich waß nicht, ich ferchte, Sie sin zu jung da derfier.“
Leonore machte eine Geste. Diese Bewegung drückte aus: ich kenne das Leben. Ich weiß alles. Ich bin jung, ja — ich bin deshalb dazu vorhanden, die Großeltern und die Cousine zu schützen. „Nun reden Sie ordentlich, Frau Zeine. Was haben Sie?“
„Ich ho nichts. Aber ich bin doch der Milda seine leibliche Tante. — Ach, was sich das Mächen härmt, das is nicht zu sprachen.“
„O die Milda? Was fehlt denn der Milda?“
„A Hamführer fehlt der Milda,“ sagte Frau Zeine mit Entschluß.
Leonore setzte sich auf den Rain. Sie lachte. „Auf einen Heimführer kann sie mit ihren siebzehn Jahren schon noch warten.“
Die Zeine richtete sich gerade auf. „Der Milda hat ma ein Malöhr angetan, der Milda hat ma ihr Kränzche genumme, die Milda kummt in Schimpf und Schande.“