„Meine Verlobung mit Miß Clemence Warren, Tochter des Großhändlers Mr. Humphrey Warren in London und seiner verstorbenen Gemahlin Klementine geb. Wolfferstorff aus Kapellendorf, beehre ich mich anzuzeigen.
Dr. Robert Zorn,
Großherzogl. sächs. Gestütsdirektor in Allstedt.“
Der Tierarzt küßte die herbe Clemence. Sie küßte den Tierarzt. Ja, kam man unversehens ins Zimmer, so saß sie auf seinem Schoß. Und nächste Woche würde sie nach London reisen und bald sollte dort die Hochzeit sein.
Klemens sagte: „Du meintest wohl, ein Prinz sollte kommen? Er ist Doktor der Philosophie. Er ist ein Gentleman. Er ist Gestütsdirektor in Allstedt. Wie furchtbar hübsch, wir kommen hin, um die Remonten zuzureiten. Fein, sage ich dir.“
Leonore schwieg. Den ganzen Tag redete sie nicht.
Und dann, am nächsten Morgen, stand Dankmar Kurtzen vor ihr. Und die Tränen liefen über Dankmars runde Wangen. „Adieu, liebe Leonore, ich werde dich nie vergessen,“ sagte er.
„Aber Dankmar, du solltest doch bis zum Herbst bleiben. Was ist denn nur?“
„Ich gehe nach Hohenheim — ich habe eine plötzliche Nachricht“ —
„Aber weshalb denn? Dankmar, so sprich doch — du darfst doch nicht weg von uns.“
Dankmar stand schon an dem Tor, das zu den Pappeln hinausführte und zu der Landstraße. Er beugte sich zu Leonore herunter. „Niemand soll es wissen als du — mir ist es gegangen wie jenem Kaspar Mühlfund — sie hat mich geküßt, und nun heiratet sie den Tierarzt. Adieu, liebe Leonore, ich werde dich nie vergessen.“