Aber der Dichter hatte schon genug. Die Baronin Müller redete von der anderen Seite heftig auf ihn ein. Es kam noch ein Herr. Von dessen Genie wurde erst das Weltumstürzende erwartet. Er konzentrierte sich noch.

Auch er redete zuerst mit Leonore, was sie sehr unhöflich fand, da doch die reifern Damen zunächst zu bedenken waren. Der sich konzentrierende Herr fragte: „Kommen Sie oft hierher, gnädiges Fräulein?“

„Nein, zum erstenmal.“

„Dann haben Sie noch keinen Kummer gehabt?“

„Wieso denn?“

„Wir gehen hierher, wenn wir Kummer haben.“

„O, hierher?“

„Wir zerstreuen uns. Äußerlich — und innerlich feiern wir den Kummer. Wo gehen Sie hin, wenn Sie Kummer haben?“

In den Garten — in den Wald, wollte Leonore sagen, aber es fiel ihr ein: hier hatten ja die Leute weder Wald noch Garten.

Nacka mischte sich rettend ein. „Wenn man Kummer hat, Herr Strom, wenn man Kummer hat und so ganz allein und verlassen sich fühlt — man trinkt Sekt, Herr Strom — oder, was besser ist, man fährt mit dem D-Zug tausend Kilometer. Irgendwo ist ja doch immer jemand, der uns liebt.“