[213] Las Casas bemerkt dazu: „Ich verstehe dies Gerede nicht.“ Wenn aber Columbus überzeugt war, daß er Cipangu bereits hinter sich habe, so wird auch sein Ausspruch verständlich und durch einen Blick auf die Zeichnung Martin Behaims erklärt; denn er schätzte die Entfernung von 100 Meilen nach der Karte Toscanelli’s.
[214] Nach seiner Berechnung befand sich der Admiral am 2. November 1142 Leguas westlich von Ferro. 1 Legua = 4 ital. Seemeilen. (Volunt lequam Hispani millia passuum quattuor continere, mari praesertim; terra vero tria. P. Martyr, Dec. II. lib. X. p. 200). Rechnet man auf dem Parallel der Canarien 50 ital. Meilen auf 1 Grad, so betrug nach der Annahme des Columbus seine Entfernung von Ferro volle 91 Grad. Auf der Behaim’schen Karte liegt dieser Punkt zwischen Cipangu und der Küste Asiens in der Region der „zahllosen“ Inseln. In Wahrheit beträgt aber die Entfernung von seinem Standpunkte bis Ferro nur 60 Grad.
[215] Haiti dicitur asperitas, eorum vetere lingua. P. Martyr, Dec. III. lib. 7. p. 279.
[216] „So erkannte ich, daß unser Herr wunderbarerweise (milagrosamente) unser Schiff gerade hier stranden ließ, weil es der beste Platz auf der ganzen Insel ist, und damit wir unsere Niederlassung möglichst nahe den Goldminen anlegen könnten.“ Tagebuch vom 6. Jan. 1493. Navarrete I, 275. 2. ed.
[217] Daß die Ausbreitung des christlichen Glaubens die spanischen Majestäten lebhaft beschäftigte, bezeugt auch Peter Martyr: Dec. I. lib. 1. ep. 1. 10. 9. Rex et regina, quorum omnes cogitatus vel dormientium, in religionis nostrae augmento sunt siti, sperantes ad Christi legem tot nationes et simplices gentes facile trahi posse.
[218] P. Martyr erwähnt mehrfach den Goldreichthum von Haiti und Cuba. Ex sola Hispaniola vehitur in Hispaniam quotannis quadringentorum et quingentorum, interdum millium ducatorum auri summa. Id ex quinta regia intelligitur, quae ad fiscum venit: octoginta, nonaginta et centum millium castellanorum auri et aliquando maior. Dec. III. lib. 8. p. 297. Hac hora, qua haec scribo, coacta esse in Cuba referunt castellanorum auri centum octoginta milia conflanda, magnum opulentiae argumentum. ibid. p. 306.
[219] Es ist sehr auffällig, daß in einer im Archive der Stadt befindlichen Chronik Barcelonas, welche vom Jahre 1411 bis auf die Gegenwart geführt ist und alle kleinen Vorfälle innerhalb der Stadt verzeichnet hat, der Anwesenheit des Columbus im April 1493 mit keiner Silbe Erwähnung geschieht. Harrisse, Bibl. Amer. vet. Additions. p. IX.
[220] Peter Martyr Dec. I. lib. 1. p. 10. Jobst Ruchhamer in seinem oben ([S. 233]) angeführten Werke gibt im Cap. 41 den Empfang des Columbus bei Hofe mit folgenden Worten: „Der Kunige vnd die Kunigin entpfingen disen Christoffel Dawber mit dem allerangenemsten angesicht, vnd thaten jme die allergrösten Eere, vnd liessen jne öffentlich sitzen vor Jnen, welches bey jnen ist von den ersten vnd grösten eeren. Vnd wolten, das er genant wurde Ein wunderer des Meres Occeani.“ Mit diesen letzten Worten überträgt Ruchhamer den Titel Almirante. Aehnliche confuse Verdeutschungen finden sich noch mehr. Aus Alonso Niño wird ihm ein Alonsus Schwartze, aus Lorenzo di Pier Francesco de Medici Laurentius petri artzte zu Florentia. Uebrigens wurde auch in der Sammlung von Reiseberichten, welche 1534 in Straßburg unter dem Titel: „Die New Welt der Landschaften vnnd Jnsvln“ herauskam, Admirans mit „verwunderer des Meers“ übersetzt.
[221] Navarrete, I, 314–321.
[222] Ibid. p. 327–343.