[510] Los de Bristol ha siete annos que cada anno un armado dos, tres, cuatro caravelas para ir a buscar la isla del Brasil y las siete ciudades con la fantasia deste Genoves. Der Brief ist vollständig abgedruckt bei Harrisse l. c. p. 329. Ueber die Lage der Insel der sieben Städte und über Brasil vgl. oben [S. 21].

[511] Da alle drei Söhne in dem Patent mit aufgeführt sind, müssen sie 1496 bereits volljährig, d. h. nach engl. Rechte wenigstens 21 Jahre alt gewesen sein. Danach darf das Geburtsjahr des jüngsten, Sancto, nicht nach 1474 gesetzt werden; Sebastian, der bedeutendste der drei Söhne, welcher später die Pläne des Vaters weiter verfolgte, war älter, vielleicht 1472 geboren. Zu dieser Zeit muß der Vater bereits in Venedig ansässig gewesen sein. Sebastian Cabotto ist seiner Geburt nach Venetianer.

[512] Die letztere Annahme (1494) wird scheinbar durch eine Inschrift Sebastian Cabotto’s auf seiner 1544 entworfenen Weltkarte zur allein giltigen erhoben, wonach die Entdeckung 1494 stattgefunden haben soll. Allein es wird gezeigt werden, daß in der Jahreszahl selbst ein Fehler liegt. Die Inschrift, welche auf jener Weltkarte italienisch und lateinisch eingetragen ist, lautet in deutscher Uebersetzung: Dieses Land (nämlich Labrador) wurde von dem Venetianer Jean Caboto und seinem Sohne Sebastian Caboto entdeckt im Jahr der Geburt unseres Heilandes Jesu Christi M.CCCC XCIIII den 24. Juni morgens; sie gaben ihm den Namen „prima terra vista“ und einer großen Insel in der Nähe des erwähnten Landes den Namen St. Johannes, weil das Land am St. Johannistage entdeckt wurde. Harrisse (S. 52–60) weist mit Recht darauf hin, daß die Zahl 1494 auf einem Irrthum beruhe, daß die Ziffern vielmehr M.CCCC XCVII lauten sollten. Zunächst enthält schon die latein. Inschrift einen Druckfehler, insofern als Tag der Entdeckung der 24. Julii, statt Junii genannt ist. Es kann sich also auch in der Angabe der Jahreszahl ein Fehler eingeschlichen haben. Von der Weltkarte scheint es mehrere Ausgaben gegeben zu haben. Richard Hakluyt citirt dieselbe im dritten Bande seiner Voyages (London 1600) S. 6 und bemerkt, indem er die Inschrift mittheilt: ein Exemplar finde sich in der Privatgallerie der Königin zu Westminster, andere Exemplare seien noch in alten Handelshäusern zu sehen. Er sah also mehrere Exemplare und liest auf denselben: „Ano Domini 1497.“ Innere Gründe treten hinzu, um diese Zahl für die allein richtige zu halten. — Zunächst meldete Ruy Gonzales de Puebla am 21. Januar 1496 nach Spanien, daß jemand dem englischen Könige ein ähnliches Unternehmen wie Columbus bezüglich einer Fahrt nach Indien vorgeschlagen habe. Bereits neun Wochen darauf ließen Ferdinand und Isabella dem König Heinrich von England mittheilen, daß die von England beabsichtigten Fahrten gegen die Privilegien der spanischen und portugiesischen Krone verstießen, wie sie durch den Theilungsvertrag von 1494 sanctionirt waren. Aus der Sprache dieses Briefes geht hervor, daß das berührte Project etwas Neues war, dessen Ausführung man hoffte, noch hindern zu können, ähnlich wie später der König von Portugal bezüglich der Expedition Magalhães’ in Spanien Vorstellungen machte. Wenn nun Cabotto schon zwei Jahre vorher seine Entdeckung ausgeführt hätte, würde eine nachfolgende Schiffsausrüstung kaum von solchem Belang erschienen sein, um daran einen diplomatischen Schriftenwechsel zu knüpfen. Aber schon ehe der Brief der spanischen Majestäten einlief, hatte Heinrich VII. durch Erlaß vom 5. März 1496 den Plan Cabotto’s angenommen und genehmigt, daß er nach Westen, Osten und Norden mit fünf Schiffen unter englischer Flagge Inseln und Länder der Heiden aufsuchen könne. („ad inveniendum, discooperiendum et investigandum quascunque insulas, patrias, regiones sive provincias gentilium et infidelium in quacunque parte mundi positas, quae christianis omnibus ante haec tempora fuerunt incognitae.“) Die Fassung des Patents deutet sicher nur auf geplante, aber nicht auf schon gemachte Entdeckungen hin. — Ferner ist erst seit der zweiten Hälfte des Jahres 1497 überhaupt von bereits erfolgten Entdeckungen die Rede. Am 10. August 1497 erhielt Cabotto nach seiner Rückkehr von der Küste Amerika’s eine königliche Belohnung von zehn Pfund Sterling. Am 3. Febr. 1498 schreibt der Kanzler des Königs an Cabotto, daß dieser ermächtigt werde, nach dem Lande und den Inseln, die er kürzlich entdeckt, („the Londe and Iles of late founde by the seid John“, Harrisse, p. 317) Schiffe zu führen. Und endlich berichtet auch Pedro de Ayala am 25. Juli 1498, daß im vorhergehenden Jahre, also 1497, die Leute von Bristol Land im Westen aufgefunden hätten. So weist alles auf das Jahr 1497 hin. Nur von diesem Jahre kennen wir auch die Resultate.

[513] Die Inschrift lautet: Tierra del labrador. Esta tierra descubrieron los Ingleses.

[514] Vgl. Harrisse, S. 325.

[515] R. Hakluyt, Voyages III, p. 9.

[516] Die darüber geführte Correspondenz findet sich in Harrisse, S. 344–54.

[517] Mia intenzione era di pervenire in questa navigazione al Cathaj allo estremo oriente dell’ Asia. (Asher, Henry Hudson the navigator, London 1860. p. 224).

[518] Verrazzano’s Originalbericht, in italienischer Sprache, ist zuerst vollständig veröffentlicht in Asher, Henry Hudson, the navigator, London 1860. p. 199–288. (Hakluyt Soc.).

[519] Vgl. [S. 472.] [473.]