Ja, erwecke sie, erwecke sie, Jeremias!

JEREMIAS (immer fanatischer):

Oh, das törige Volk, oh, die ratlose Stadt,
Wie kann sie vom Schlaf sich umfrieden lassen,
Da Tod ihnen unter die Lagerstatt
Sein eiskalt Linnen gebreitet hat.
Oh, das törige Volk, oh, die ratlose Stadt,
Wie können sie ruhen, den Donner zu Häupten!
Oh, wie können, wie können
Sie so hindämmern, in Träumen verloren,
Da donnernd wider die Tempel und Tore
Schon Assurs Widder hämmern und rennen;
Oh, wer weckt die Toren, wer weckt die Betäubten?
Wer schreckt sie auf, wer weckt sie empor,
Wer wirft einen Ruf in ihr ohnmächtig Ohr,
Oh, wer wird in den Tod dieser Stille hinein
Gottes Gebot und Wille hinschrein?

BARUCH (ekstatisch):

Du wecke sie auf! Erwecke sie! Meister, vom Tode reiß sie auf!

JEREMIAS:

Wacht auf! Wacht auf! Empor! Empor!
Brand ist im Land! Feind hat die Stadt!
Flüchtet, eh er euch ganz zernichtet,
Entflüchtet dem Schwert, entflüchtet den Flammen,
Laßt eure Habe, laßt euer Haus,
Die Frauen rafft, die Kinder zusammen,
Eh er euch faßt, flüchtet hinaus!
Auf! Empor!
Brand ist im Land! Feind hat die Stadt!
Empor! Empor!

DER ZWEITE KRIEGER (aus dem Dunkel tretend):

Wer lärmt? Er wird die Schlafenden erwecken.

JEREMIAS: