Ich habe dich gewarnet, Jeremias, wie du mich gewarnet. Selbst schützest du fortan dein Leben. (Zu den andern): Keiner rühre ihn feindlich an, solange er sich zähmet. Doch schreit er noch einmal Schrecknis über die andern, so fasset ihn, und er büße nach euerm Spruch. (Zu Jeremias): Hüte dich, hüte deine Lippe, daß dein Blut nicht springe über sie! Uns aber möge Gott schonen, wie ich heute deiner geschonet.
JEREMIAS (reglos, mit unsicherer Stimme):
Nicht mich hüte ich ... ich hüte Jerusalem ...
ZEDEKIA (wieder an den Rand der Mauer tretend):
Noch immer ziehen sie her, und wie von Wettern rollts von ihren Wagen und Rossen, es ist kein Ende abzusehen, kein Ende. Wahrlich, furchtbar ist er, der König von Mitternacht, furchtbar wird es sein, ihm zu begegnen! Gott schütze Jerusalem! (Tief atmend): Gott schütze Jerusalem!
(ZEDEKIA wendet sich langsam zum Gehen und schreitet die Runde weiter; Abimelech, die anderen sowie die beiden Krieger folgen dem sinnend Hinschreitenden langsam nach.)
BARUCH (aus dem Dunkel vorstürzend):
Rasch ... eile ihm nach, noch einmal fasse deine Kraft ... Gottes Sendung ist über dir ... eile, daß du ihn zwingest.
JEREMIAS (erwachend aus seiner Dumpfheit):
Wen ... wen soll ich zwingen?