Gleich wird er kommen ... gedulde dich ...

DIE MUTTER:

Nein, nein, er ist da ... was haltet ihr ihn von mir ... ich habe nicht Zeit ... kalt rinnts mir die Glieder herauf ... oh, kalt ... wie Stein meine Beine ... es will ... es will ...

(JEREMIAS ist leise zur Türe eingetreten und bleibt zögernd dort stehen, seine Hände sind verkrampft, sein Haupt wie von ungeheurer Last gebeugt.)

ACHAB:

Nicht raff dich so auf ... bette dich hin ... er wird ...

(ACHAB bemerkt Jeremias, er hält erschrocken inne; auch Jochebed schweigt voll starrer Ergriffenheit. Eine steinerne Stille steht plötzlich im dunklen Raum.)

DIE MUTTER (sich mühsam aufrichtend): Was schweigt ihr plötzlich mit einemmal ... was schweigt ihr so? (Plötzlich mit einem Jubellaut):

Ist er gekommen ... ist er da, mein Kind, mein Sohn ... mein Jeremia ... oh, daß meine Sinne so dunkel sind ... wo ... wo bist du, Jeremia ...

(JEREMIAS tritt zögernd einige Schritte näher, bleibt dann stehen, gleichsam vom eigenen Gefühle bezwungen.)