DIE MUTTER (sich gegen ihn wendend):
Du bist da, ich fühl es ... meine Sinne eratmen dich ... weh, daß es so dunkelt vor meinem Gesicht ... was trittst du nicht nah, daß meine Hände dich fassen ... Was kommst du nicht, mein Jeremia?
JEREMIAS (unbeweglich verharrend, die Hände an sich gekrampft):
Ich wage es nicht! Ich wage es nicht! Unheil hängt mir an, Fluch fährt mir voraus. Laß mich ferne stehn, daß mein Hauch dich nicht rühre, nicht Schauer anstreife dein heilig Herz!
DIE MUTTER (fiebrig):
Mein Kind, meine Arme, sie sehnen sich aus, was kommst du nicht, Lieber, was kommst du nicht nah? Ward dir so widrig die Lippe, so fremd meine Hand?
JEREMIAS:
Fremd bin ich mir selbst, fremd steh ich im Haus!
DIE MUTTER:
Oh, er verstößt mich, er läßt mich zum andermal! Was läßt du mich sehnen, was bist du so hart?