DIE MUTTER:
Nein!
Euer Blick
Ward mit einmal schwarz und sorgenumdüstert;
Und nun steht ihr im Dunkel und schauert und flüstert.
Fürchterlich, fürchterlich
Ist dies Geheimnis, das ihr verschließt.
Ich spür
Es wie Tod und Gottes Zorn über mir.
JEREMIAS (stammelnd):
Nichts, Mutter ... nichts ... verbergen wir dir.
DIE MUTTER:
Was belügt ihr mich,
Was betrügt ihr mich?
Noch bin ich nicht tot und nicht eingesargt,
Noch geht der warme Atem von mir,
Noch schlägt mir das Blut aus dem Herzen heraus,
Noch kann ich hören, noch bin ich nicht stumm,
Noch bin ich lebendig im eigenen Haus.
JEREMIAS:
Mutter ... du fieberst ... Wahn hält dich umkrallt,
Deine Schläfen sind Feuer ... deine Hände so kalt ...
DIE MUTTER:
Was biegt ihr mir aus,
Was schließt ihr mich ab?
Und wär es die Schrecknis, ich will um sie wissen!
Warum, oh warum
Sind hier die Fenster und Türen verhängt,
Warum ist alles so dunkel und stumm?
Wie in einen Sarg
Habt ihr mich wach in mein Bett versenkt,
Mich schwarz vergraben in Matten und Kissen.
Warum, warum
Stoßt ihr gewaltsam in Grauen und Grab
Mich, die Lebendige, jetzt schon hinab?