(ACHAB UND JOCHEBED treten erschreckt heran und beugen sich über die Tote.)
JEREMIAS (Stimme plötzlich grell wie ein Springquell aufschießend):
Es ist nicht wahr:
Ich log, ich log,
Ewig währet Jerusalem,
Nie wird ein Feind unsere Stadt umwallen,
Nie Zion sinken, nie Davids Burg fallen.
Höre mich, Mutter, noch einmal aufhöre,
Ich schwöre, siehe, ich schwöre, ich schwöre:
Ewig währet Jerusalem!
ACHAB (im Zorn):
Weg,
Du schreist sie nicht wach!
Laß ihr den Frieden!
JEREMIAS:
Sie muß mich hören, sie muß mich hören,
Eh es zu spät ist!
ACHAB:
Es ist zu spät!
Weg
Von ihrer Stille,
Fort aus dem Gemach,
Du schreist sie nicht auf, du lügst sie nicht wach!
Was sprachst du nicht, da sie vor Angst sich verzehrte
Und ihr Leben an deinem Schweigen verging?
Fort,
Du Mitleidsloser, du Gottesnarr,
Du wüster Träumer, du Ausgestoßner!
Da,
Sieh nur, wie starr
Ihre Blicke nach Güte und Hoffnung fragen,
Und du hast
Ihr den Schrecken des Todes hineingeschlagen.
Du Gottverfluchter ... weg ... laß ihr den Frieden ...
Der du sie selber gemordet hast.
JEREMIAS (stammelnd):