Gott schütze deinen Schlummer, mein König.
(ZEDEKIA breitet sich hin.)
(SCHWERTTRÄGER ruft Nehemia. Sie stellen sich schweigend ins Dunkel zu Häupten des Bettes, reglos auf ihre Lanzen gestützt. Die Lampe ist ganz verhüllt, nur das Fenster wirft Mondlicht auf den Teppich zu Füßen des Pfühles. Riesengroß stehen die Schatten der Wachenden an der Wand. Es ist ganz still. Man hört aus dem Hofe jetzt das leise plätschernde Rauschen eines Springbrunnens. Sonst ist alles wie erstorben. Die beiden rühren sich nicht. Die Zeit fließt stumm weiter.)
ZEDEKIA (plötzlich wild aufspringend und sie anfahrend):
Was flüstert ihr miteinander? Habe ich nicht Stille befohlen?
SCHWERTTRÄGER (erschrocken):
Wir sprachen nichts, mein König.
ZEDEKIA:
Aber es spricht jemand! Wer dringt in meinen Schlaf, wer frißt an meinem Schlummer? Sie sollen schlafen jetzt alle, alle, damit ich schlafen kann! Ist jemand noch wach in den Nebengemächern?
SCHWERTTRÄGER: