SCHWERTTRÄGER (schaudernd. Seine Stimme wird psalmodierend im Gesang):
So sang es von der Tiefe:
Ich habe mein Haus verlassen müssen
Und mein Erbe meiden,
Und was meine Seele liebet, in der Feinde Hand geben.
Meine Augen fließen mit Tränen Tag und Nacht
Und hören nicht auf,
Denn die Jungfrau, die Tochter meines Volks,
Ist greulich zerplagt.
ZEDEKIA (aufschreiend):
Jeremias! Er, immer er!
SCHWERTTRÄGER (wie begeistert weitersingend):
Wehe, wie hat der Herr die Tochter Zion
Mit seinem Zorn überschüttet!
Er hat die Herrlichkeit Israels
Vom Himmel auf die Erde geworfen,
Er hat die Mauer seiner Paläste
In des Feindes Hände gegeben,
Daß sie im Hause des Herrn geschrien haben
Wie an einem Fest.
Er hat ...
ZEDEKIA (ausbrechend):
Schweig still! Schweig still! Ich will es nicht hören. Ich will nicht! Immer er, immer er! Auf jeden Kreuzweg ist er gestellt, da ich schreite, hinter meinen Taten rennen seine Rufe, in meine Träume drängt er sich ein und füttert meinen Zwiespalt. Wie ihm entrinnen, dem Schatten, dem fürchterlichen? Aus der Grube noch schreit er zu mir! Wie ihm entfliehen, der mich verfolgt, wie ihm entgehen, der allerorts ist? Wer befreit mich von ihm ...
SCHWERTTRÄGER:
Herr, ist es dein Feind, so ... (Er macht eine Bewegung.)