JEREMIAS:
Nicht näher bin ich dem Tode, Zedekia, als du selbst. Auf einem Blatte des dunklen Buches ist unsere Stunde gezeichnet.
ZEDEKIA:
Ich bin nicht dein Feind: möge sie dir ferne sein!
JEREMIAS:
Zweimal habe ich gesprochen zu dir, Zedekia, König von Israel, doch nur deinen Rücken traf meine Rede, und vor dir lief schon die Tat. Nun spreche ich in dein Antlitz und frage dich, was begehrst du von mir?
ZEDEKIA:
Viel ist von den Dingen wahr geworden, Jeremias, die du geweissagt, und deine Stimme ward stärker in meiner Seele. Nabukadnezar ist gekommen von Mitternacht mit Rossen und Wagen, wie du gesehen im Traum, und gürtet die Stadt. Nichts ist ihm gelungen bislang, doch mächtig hilft ihm die Zeit. Ein Geheimnis will ich dir künden. Karg wird in den Mauern das Brot.
JEREMIAS:
Ich weiß es, Herr.