ZEDEKIA (erschüttert):

Warum bist du nicht früher vor mich getreten?

JEREMIAS:

Ich war immer zur Stelle. Doch du fandest mich nicht.

ZEDEKIA:

Es muß so Gottes Wille gewesen sein! (Schweigen. Dann steht Zedekia langsam auf und geht auf Jeremias zu): Jeremias, höre mich an – ich ... glaube dir! Furchtbareres hast du gekündet, denn je gekündet ward einem König in Israel, und doch – ich glaube dir. Mit Schauer hast du mein Herz geschlagen, und doch, ich ward dir nicht gram. Es möge kein Streit mehr sein zwischen uns im Schatten des Todes. Geh hinab, woher du gekommen, nicht soll es dir fehlen an Zehrung, das letzte Brot meines Tisches will ich teilen mit dir. Und niemand wisse um unsere Zwiesprache denn Gott allein.

(JEREMIAS wendet sich zum Gehen.)

ZEDEKIA (gequält):

Jeremias! Muß es denn sein? Oh, Jerusalem, mein Jerusalem! Kannst du es nicht wenden?

JEREMIAS (düster):