Fallen möge dein heiliges Haus, so es dein Wille ist – ich beuge mich!
(AUS DER MENGE zucken wilde Wutschreie.)
JEREMIAS:
Fallen mögen die Türme, zerstieben das Volk und sinken sein Name, Schmach möge stürzen auf meinen Leib und Marter auf meine Seele, so es dein Wille ist – ich beuge mich, Herr, ich beuge mich!
DIE MENGE:
Er ist rasend ... Nieder mit ihm ... Er ist toll ... Wehe ... Er verflucht uns ... Schweige ... Verräter ... Wehe ...
JEREMIAS (ganz in Ekstase):
Was immer du tust, ich beuge mich.
Ich beuge mich, Herr, und bezeuge dich!
Ström nieder auf mich mit all deinen Schauern,
Ich tu mich dir auf, ich sperr mich nicht ab,
Brich ein in mein Herz, brich ein in die Mauern,
Wirf nieder die Tore, die tödlich umstürmten,
Verbrenn deinen Altar, den blutig beschirmten,
Verstoße dein Volk und verstoße auch mich –
Ich bleib dir doch treu in Tiefe und Trauer,
Denn mein Herz beherbergt dich ewiglich!
DIE MENGE (ihn wild umstürmend):
Verräter ... Er betet um unsern Tod ... Er verflucht uns ... Steiniget ihn ... steiniget ihn ...