Ich scheide mich von dir. Ich will nicht sterben! Zu viel der Toten habe ich gesehn in den Straßen, ihre Augen standen starr in den Himmel der Stadt, ihre Fäuste waren gekrampft in Israels Erde, aber es war kein Friede in ihrem Gesicht. Ich will leiden ohne Maß, aber ich will leben. Mögen sie mich hämmern in die Bergwerke von Tyr, wo das Wasser tropft, daß der Bart fault und die Augen blinden, mögen sie mich schmieden mit krummem Rücken in den Ring ihrer Ruderschiffe, mögen sie mich verschneiden ihren Göttern und verstümmeln, jedes Glied in mir schreit noch um Leben zu Gott. Jeden Tag will ich segnen aus Ketten und Qual, oh, nur nicht tot sein, nicht tot sein!

DER KRANKE (sich aufrichtend):

Ja, nur leben, nur ein Sandkorn Zeit noch zwischen den Fingern fühlen! Nur noch sehn die kleinen Blüten der Mandeln, die sich weiß auftun über Nacht, und den Mond, wie er schmilzt und sich rundet unter den Sternen. Oh, nichts genießen mehr, verkrümmt sein und vertaubt, aber noch schauen die seligen Dinge der Welt und die Luft einziehen im Munde. Nur sein eigen Herz spüren, wie es schlägt und die Ader warm läuft an den Händen! Leben, oh, leben, nur leben!

DER ÄLTESTE:

Schmach über euch, Weichlinge! Wollt ihr leben ohne Gott? Wollt ihr ihn rücklings lassen in Schutt und Schande?

EIN MANN:

Er geht mit uns, wie er ging durch die Wüste.

EINE FRAU:

Wir wollen seiner gedenken im Gebet.

DER ÄLTESTE: