(DIE TÜRE wird mächtig mit ihren beiden Flügeln aufgestoßen, ein Schimmer vom letzten abendlichen Licht glüht in das verdunkelte Gemach herein. Die drei Abgesandten des Königs treten reich geschmückt herein, hinter ihnen steht feurige Helle des sinkenden Tages. Die Flüchtigen scheuen vor ihnen in die dämmerigen Winkel zurück, nur Jeremias bleibt aufrecht ihnen gegenüber.)

DER GESANDTE (den beiden andern voraustretend):

Ist unter euch der, den sie Jeremias nennen, den Sohn Hilkias von Anathoth?

JEREMIAS:

Ich bin, den du suchst. Tu an mir nach deinem Geheiß.

(DER GESANDTE wirft sich seiner ganzen Länge nach vor Jeremias nieder und berührt dreimal mit seinem Haupte die Erde. Die beiden anderen tun desgleichen.)

(JEREMIAS tritt erschreckt einen Schritt zurück.)

DER GESANDTE (sich aufrichtend):

Gruß und Ehrfurcht dem Deuter der Zeichen! Ehre und Ruhm dem Verkünder des Geschehens, dem Erschauer des Verhüllten! (Er neigt sich wieder dreimal zur Erde, dann steht er auf, die beiden andern folgen seinem Gehaben.)

(JEREMIAS hat sich wieder gefaßt und sieht ihn finster an.)