DER GESANDTE:
Auftrag ist dir und Botschaft gesandt durch meinen knechtischen Mund von Nabukadnezar, meinem Herrn, dem König der Könige, dem Umpflüger des Lands. Also ergeht an dich das Wort des Gewaltigen. Gekündet ward Nabukadnezarn, daß du der einzige warst deines Volkes, der Untergang kündete den Empörern und Schande den Schwätzern. Wie Blei sind geschmolzen die Worte der Priester, die wider seine Stärke sprachen, aber das deine der Warnung ward bewähret wie Gold. Nabukadnezar hat deinen Ruhm vernommen, sein Ohr hat deinen Namen getrunken, und nun dürstet sein Auge, dich zu schauen.
JEREMIAS:
Mögen die Feinde meine Weisheit rühmen, ich fluche meinem Wort!
DER GESANDTE:
Also aber ergehet des Allkönigs Ruf an dich: „Ich habe geblendet, die verblendet waren. Ich habe die Kinnbacken gebrochen den Empörern und die Zunge ausgerissen denen, die sprachen wider mich. Aber die meine Macht ehrten, die will ich ehren, und Macht geben, die meine zu fürchten gewußt.“ Ein Gewand sendet er dir, wie es die Fürsten Chaldäas tragen, und du sollst der Oberste seiner Diener sein an seinem Tisch.
JEREMIAS:
Ich diene keinem mehr im Himmel und auf Erden, seit ich Gott gedient und müde ward an ihm. Ich weigere mich dem Dienst.
DER GESANDTE:
Falsch deutest du das Wort. Nicht zu geringem Dienste bist du begehrt, sondern über alle gestellt, die dem Könige dienen. Der Oberste sollst du seiner Magier werden, Schicksal sollst du ihm deuten und die Sterne zählen, die seine Jahre sind. Es soll keiner sein über dir, frei dein Ausgang und Eingang in seinem Palast.