JEREMIAS:

Ich höre dein Wort, ich höre des Königs Wort aus deinen Worten und wäge es flach in den Händen. Groß ist der Ruf, den Nabukadnezar mir sendet, doch größer des Volkes Not, dem ich zu eigen bin. Darum höre! Ich mag nicht eingehen in den Palast, des Stufen die Töchter meines Herren scheuern als Mägde. Ich mag nicht das Brot brechen bei Tische als jener Gesell, deren Hände den Vorhang von Gottes Verborgenheit rissen zu Zion. Ich mag Gunst nicht von dem Grausamen und die Gnade nicht von dem Gnadelosen, ich mag sie nicht.

DER GESANDTE:

Botschaft habe ich dir gebracht, du hast sie vernommen, und eines Königs Botschaft will Gehorsam.

JEREMIAS:

Klar ist deine Rede, klar sei auch die meine. Geh hin zu dem, von dem du gekommen, und sage ihm, wie ich dir sage: „Also spricht Jeremias zu Nabukadnezar. Meine Bitternis hat keine Süße für dich und meine Lippen keine Verheißung für deinen Stolz. Und wenn du riefest mit aller Engel Stimme, mein Herz wird dich nicht hören, und wägtest du alle Steine Jerusalems mir mit Gold, so spricht dir nicht zur Süße mein Mund. Ob du mich gleich ehrest, ich ehre dich nicht, und ob du mich suchest, ich will dich nicht finden.“

DER GESANDTE:

Besinne dich, der Könige König ist es, der dich vor sein Antlitz fordert!

JEREMIAS:

Ich weigere mich ihm! Ich weigere mich!