DER GESANDTE:
Noch nie ward Weigerung ihm geboten.
JEREMIAS:
Ich biete sie ihm, ich, der Letzte Israels. Wer ist er, daß ich ihn fürchten soll? Ein Strohhalm ist seine Macht und ein Windhauch sein Zorn.
DER GESANDTE:
Verwegener, wen lästerst du? Des Herren geheiligten Namen sprichst du liederlich aus. Hüte deine Zunge, hüte dein Leben!
JEREMIAS (entbrennend):
Wer ist er, daß ich ihn fürchten soll? Viele waren, die einst solch Stirnband trugen von Gold und sich Pharao nannten, und ist doch keiner mehr, der ihnen nachfragte und einen Stift faßt, ihr Gedächtnis zu schreiben in die Bücher der Zeit. Mächtigere waren denn er, und die Geschlechter der Erde vergaßen ihrer, ehe die Bäume morschten, die sie gepflanzt. Wer ist Nabukadnezar unter den Sternen, daß ich ihn fürchten soll? Ist er ein Menschwurm nicht und wartet nicht Tod hinter seinem Schlaf und Fäulnis in seinem Leibe? Ist er dem Wandel enteilt schon und dem Umschwung der Stunde? Meinst du, er halte schon, was er habe, und mag sich des Ausgangs berühmen inmitten des Wegs?
DER GESANDTE:
Ewig währet Nabukadnezars Macht, ewig hält er den Sieg.