Sehet, sehet,
Leidensvolk, Gottesvolk,
Gott erhörte euer Begehr,
Er hat euch einen Führer gesandt!
Der Schmerzengekrönte,
Der Menschenverhöhnte,
Wer mag wie er,
König der selig Besiegten sein?
Gott hat ihm den irdischen Blick verschlossen,
Daß er besser schaue sein ewiges Reich,
Oh, Brüder, wer war je von Davids Sprossen
Diesem als König der Duldenden gleich?

ZEDEKIA:

Wohin führest du mich? Was geschieht mir?

JEREMIAS:

Hebet ihn auf,
Den Hingesenkten,
Ehrt den Gekränkten
Mit sorgender Liebe!
Hüllet um ihn
Königsgewande
Und erneuet
Der Zeichen Gewalt,
Ehret, oh ehret
In ihm euer Leiden,
Als der Erste schreite er aus.
Zäumet die Rosse,
Rüstet die Sänfte,
Fürchtigen Armes
Hebet ihn hoch,
Denn er ist
Heiligste Bürde,
Israels Hort und königlich Haus.

(EINIGE führen mit allen Zeichen der Ehrfurcht den König hinab und betten den Blinden in eine Sänfte.)

(EINE POSAUNE schallt mächtig aus der Ferne her als ungeheurer Ruf, der gleichsam von der Stadt selbst auszutönen scheint. Der Tag ist inzwischen angebrochen und überleuchtet mit rötlicher Glut die geschwärzten Mauern. Eine große Helle geht, immer sich steigernd, vom morgendlichen Himmel aus.)

(DIE MENGE in mächtigem Aufschwall beim Ruf der Posaune, die Hände gen Osten gereckt, flutet ekstatisch durcheinander.)

STIMMEN:

Die Posaune ... die Posaune ... Gott ruft uns ... der Tag ist angebrochen ... der Tag unserer Prüfung ... die Sonne nahet Jerusalem ... rüstet die Tiere ... rüstet die Herzen ... Gott ruft uns ... wir kommen, wir kommen ... Auszug ... Auszug ... oh Einkehr und Wiederkehr ... Jerusalem ... Jerusalem!