JEREMIAS:

Steine bröckeln, es stürzen die Mauern
Irdischer Werke, die Reiche veralten,
Städte verschwemmen im Strome der Zeit,
Doch was die Seelen in Leiden gestalten,
Dauert in Gottes Allewigkeit.
Wer kann sie zerstören,
Die unsichtbaren,
Innen geschauten,
Tränenerbauten
Zinnen der heiligen Zuversicht,
Wer kann ihn uns rauben
Den seligen Glauben,
Wer stürzet des Herzens Jerusalem?

STIMMEN:

Ewig währet Jerusalem ... wer kann es zerstören ... heilig, heilig unsrer Herzen Haus ... heilig die Stätte unsrer Not ... oh, Tröstung ... oh, Zuversicht ...

EIN ANDERER:

Doch sage, du Führer, wo sollen wirs finden,
Wo schauet die Seele Jerusalem?

JEREMIAS:

Wo immer ihr euch in euch selber aufrichtet
Und feurig von Furcht und Fremdnis erhebt,
Da ist es aus Wunsch in die Welt gedichtet,
Da ist der Traum unseres Heimwehs erlebt,
An jeglichem Orte,
Wo euch Glaube inwohnet,
Überwölbt euch hell seine mauerne Krone:
Wer glüht, sieht ewig Jerusalem!

STIMMEN:

Oh, Tröstung des Glaubens ... Gottes selige Knechtschaft ... zerstört hat er die Stadt, daß sie uns ewig in den Herzen erstehe ... überall wollen wir sie finden ... laßt sie uns aufbauen in den Herzen ... ewig ist unser Jerusalem ... Oh, ewiger Auszug und Wiederkehr ...