Siehe ... wie sie schreiten ... wie die Sieger gehen sie einher ... es leuchtet in ihren Blicken.
DIE CHALDÄER:
Was ist mit diesem Volke ... sind sie die Besiegten nicht ... hat sie einer genarrt mit falscher Botschaft der Befreiung ... hört, was sagen sie ... was singen sie ... seltsam ist dies Volk ... unverständlich in seinem Trotz und seiner Ergebung ... wer begreifet dies Volk ... in dieser Milde ist eine Kraft, die gefährlich ist ... ein Einzug ist dies eines Königs und nicht Auszug der Geknechteten ... nie sah die Welt ein Volk wie dieses ...
STIMMEN (vereint sich ablösend, in immer neuen, weiterschreitenden Zügen, in die auch Jeremias unscheinbar eingegangen ist):
Wir wandern durch Völker, wir wandern durch Zeiten
Unendliche Straßen des Leidens entlang,
Ewig sind wir die ewig Besiegten,
Hörig dem Herde, an dem wir ausrasten,
Niedrige Knechte niedrigen Frons,
Doch die Städte, sie sinken, es gleiten
Völker ins Dunkel wie stürzende Sterne,
Und die hart unsere Rücken zerschlugen,
Werden zuschanden Geschlecht um Geschlecht.
Wir aber schreiten und schreiten und schreiten
Tiefer hinein in die eigene Kraft,
Die sich aus Erden die Ewigkeiten
Und aus ihrem Leiden den Gott entrafft.
DER CHALDÄISCHE HAUPTMANN:
Sieh ... sieh ... wie die Tänzer schreiten sie her ... ein Taumel ist über sie gekommen ... haben wir sie denn nicht besiegt ... sind sie nicht in Schande ... warum klagen sie nicht ...
EIN CHALDÄER:
Ein Geheimnis muß in ihnen sein, das sie verwandelt, ein Unsichtbares, das sie verzückt ...
EIN ANDERER CHALDÄER: