Ja ... sie glauben an das Unsichtbare ... das ist ihr Geheimnis ...

DER CHALDÄISCHE HAUPTMANN:

Wie kann man das Unsichtbare schauen, wie glauben, was man nicht sieht ... ein Geheimnis muß in ihnen sein wie in unsern Sterndeutern ... man müßte es lernen von ihnen ...

DER CHALDÄER:

Man kann es nicht lernen. Man kann es nur glauben, und sie sagen, es sei ihr Gott.

DIE STIMMEN DER AUSZIEHENDEN (sich mächtig erhebend, da nun die Letzten unter ihnen auszuschreiten beginnen):

Wir wandern den heiligen Weg unserer Leiden,
Von Prüfung und Prüfung zur Läuterung,
Wir ewig Bekriegte und ewig Besiegte,
Wir ewig Verstrickte und ewig Befreite,
Wir ewig Zerstückte und ewig Erneute,
Wir aller Völker Spielball und Spott,
Wir einzig Heimatlosen der Erde,
Wir wandern in alle Ewigkeiten,
Die Letztgebliebnen
Unendlicher Schar
Heimwärts zu Gott,
Der aller Anfang und Ausgang war,
Bis daß er uns selber die Heimstatt werde,
Der ruhlos wie wir mit Sternen und Jahren
Die Welt umwandert und leuchtend umkreist,
Und wir ganz aufgehn im Unsichtbaren:
Verlorenes Volk, unsterblicher Geist.

DER CHALDÄER:

Siehe, siehe, wie sie in die Sonne schreiten! Es ist ein Glanz auf diesem Volke, ein Morgenrot auf ihren Häupten. Mächtig muß ihr Gott sein.

DER CHALDÄISCHE HAUPTMANN: